Dschungeltour - 2. Tag

Der harte Boden ist nicht besonders bequem, aber wir waren dann doch so erschöpft, dass alle tief und fest geschlafen haben. Nach einem schnellen Frühstück und kurzer Katzenwäsche ist bald wieder alles zusammengepackt und weiter gehts durch den Dschungel. Nicht weit von unserem Schlafplatz entfernt legen wir unsere Rucksäcke mitten in den Wald, um in eine andere Höhle zu klettern. Dort ist es etwas niedriger, so dass die Fledermäuse sehr knapp über unseren Köpfen umherfliegen als wir ihre Schlafstätte betreten. Auf der Suche nach Schlangen treffen wir auf eine Kröte, die so groß wie ein Handball ist. Außerdem entdecken wir Krebsspinnen und weitere kleinere Frösch.

Der weitere Weg durch den Dschungel ist etwas beschwerlicher, da wir sehr oft über Baumstämme klettern müssen und kleine Bäche überqueren. An manchen Stellen balancieren wir zwei Meter über manch fast trockenen Flussbetten, wenn wir nicht gerade im großen Bogen schlammige Lichtungen umlaufen müssen. An diversen Stellen finden wir auch Elefantenspuren, die jüngst ihre Abdrücke, Haufen und abgerissenen Äste hinterlassen haben. Doch zu sehen bekommen wir die Dickhäuter nicht.

Wie am Vortag müssen wir auch heute etwa acht Kilometer bis zum Nachtlager hinter uns bringen. Der Kampf gegen die Blutegel geht weiter, etwas entfernt hört man dir Rufe von Affen und häufig fliegt ein Nashornvogel sehr nah an uns vorbei, doch gesehen hat ihn natürlich keiner. Den Mittagsstopp machen wir am Rand eines Flusses. Die dafür vorgesehene Sandbank ist fast kniehoch im Wasser untergegangen, da der starke Regen letzte Nacht den Flusspegel ganz schön steigen lassen hat. Syafi kocht uns heiße Instantnudeln mit Gemüse und auch wenn keiner recht Hunger hat, da wir so viel Wasser in uns reinschütten, schlürft jeder gierig die salzige Brühe. Danach gehen alle erst mal in dem vom aufgewühlten Sand braunen Wasser baden. Dabei ist es sehr interessant zu beobachten, dass alle eine unterschiedliche Anzahl Klamottenstücke anbehalten. Die Strömung erlaubt einem nicht, sich ungefährdet treiben zu lassen, aber um so mehr macht es Spaß, sich an einem an einem dicken Ast festgemachten Seil vom erhöhten Ufer in den Fluss zu schwingen.

Nach weiteren zwei Kilometern erreichen wir den Hochstand, wo wir ursprünglich hätten schlafen sollen. Auf etwa dreizehn Metern blickt man auf eine große Lichtung, die von vielen Tieren gut besucht sein soll. Da aber nur noch drei Betten übrig sind, ziehen wir also weiter zum Dorf der 'Orang Asli'. Kurz vor dem Dorf treffen wie auf ein weiteres aufgegebenes Resort, das von Elefanten heimgesucht worden ist. Eigentlich ein sehr lauschiges Plätzchen mit weitem Blick in den Regenwald und auf den Fluss....

Schließlich gelangen wir in das Dorf mit aus Wedeln und Bambusstangen gebauten Behausungen, wo sich ein Stamm mit etwa Hundert Mitgliedern aufhält. Am überall rumliegenden Müll erkennt man, dass diese mittlerweile auch in den zivilisierten Dörfern einkaufen gehen und teilweise richtige Kleidung und Schuhe tragen. Dennoch pflegen sie weiterhin ihre alten Sitten und Bräuche und wehren sich dagegen, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Wir dürfen uns in einem dieser erhöht gebauten Hütten einquartieren, wo wir zu sechst nebeneinander liegen. Vor dem Abendessen wird noch mal im Fluss gebadet, um dabei die Abendröte zu beobachten und den unumgänglichen Schweißtrieb in dieser Klimazone abzuwaschen. Beim mühevoll selbst entzündeten Lagerfeuer lassen wir den Tag ausklingen und lauschen den Geräuschen des Dschungels, während wir die Orang Asli bei ihren Gepflogenheiten beobachten.

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