Mount Kinabalu - Es geht hoch!

Es ist so weit. Das Highlight auf Borneo steht an. Wieder einmal klingelt der Wecker um sieben Uhr morgens. Gepäck im Headquarter abgeben, Frühstücken, Lunchpaket einsammeln und kurz darauf fahren wir mit unserem Guide Roger zum Start. Roger ist noch sehr jung und mangels ausführlicher Englischkenntnisse auch nicht sehr gesprächig. Hinter dem Registrierhäuschen geht es dann los. Die ersten 50 Meter gehen erstaunlicherweise bergab, doch nach dem Wasserfall erwartet uns eine 6 km lange steil bergauf gehende Strecke. Wir klettern über unregelmäßig hohe in den Berg eingelassene Stufen, von denen mir manche bis zum Knie gehen, Stufen aus Holzplanken, die sehr rutschig sind, wenn es gerade geregnet hat, und ich freue mich sehr über die natürlichen steinigen Abschnitte, da die Stufen aus meiner Sicht nicht gerade sehr angenehm sind. Am Anfang freuen wir uns über jeden halben ausgeschilderten Kilometer, doch schon ab Kilometer 2,5 haben wir 2300 m erreicht und es wird auf den zugehenden Mittag auch sehr warm. Der Aufstieg wird immer anstrengender und uns geht nach kleinen Pausen die Puste immer schneller aus. Als wir endlich die Hälfte erreicht haben, weht uns schon ein kühler Wind entgegen und kündigt die permanent zunehmende Höhe an. Erst zwischen dem vierten und fünften Kilometer haben wir wieder einen relativ angenehmen Abschnitt, wo wir konstant im Gänsemarsch vorwärtskamen. Während wir den Berg erklimmen, kommen uns Menschen entgegen, die uns anfeuern und damit motivieren, dass sich die Strapazen da hoch wirklich lohnen sollen. Leider werden wir auch ständig von Trägern überholt, die auf ihrem Rücken bis zu 40 kg Lebensmittel und weitere Versorgungsgüter für das Gasthaus auf 3300 m Höhe hochschleppen. Ganz schön deprimierend…

Schließlich sind die letzten und schlimmsten fünfhundert Meter überwunden und wir stehen fünf Stunden später vor der höchstgelegenen Unterkunft des Mount Kinabalu. Voller Freude auf ein Bett laufen wir mit unseren Handtüchern los zu unserem Haus. Mit Erschrecken stellen wir fest, dass die Hundert Meter kein Scherz waren. Fluchend und die Welt beschimpfend plagen wir uns im einsetzenden Regen die letzten Stufen hoch bis wir endlich in unserem Zimmerchen mit den zwei Stockbetten stehen. Da uns bereits bekannt war, dass es weder warmes Wasser gibt noch beheizt werden kann, beschränken wir uns auf eine minimale Katzenwäsche und legen uns nachmittags um kurz vor drei schlafen. Das Abendessen wird bereits um fünf serviert, damit man an diesem Tag zügig ins Bett gehen kann, bevor mitten in der Nacht der Gipfelaufstieg ansteht. Wir machen kurzen Prozess, schreiben noch ein paar Karten und laufen dann wieder im diesmal strömenden Regen um halb acht ins Bett in der Hoffnung, dass es in sieben Stunden aufgehört hat.

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