Tauchtag 4

Syol Kabira

Aufstehen, Frühstücken, ab aufs Boot: Routine hat sich in unserem Tagesablauf eingerichtet. Leider müssen wir an Bord bei der Abfrage, ob wir am nächsten Tag auch wieder ein Mittagessen haben wollen, gleichzeitig ‚check out‘ ankündigen.

Diesmal fahren wir etwas weiter raus, so dass wir fast zwei Stunden unterwegs sind. Da es heute etwas windiger ist, versucht Mia sich durch flaches Liegen und möglichst wenig Umgebungssichten von der aufkommenden Unruhe abzulenken, während Caro und Pascal fleißig ihre dicken Schinken wälzen. Als Mia das ständige Rumliegen nicht mehr aushält und etwas an Bord rumtigert, sieht der Kapitän seine Chance, endlich eine wohlverdiente Pause einzulegen. Er lockt sie in den Steuerstand, gibt ihr das Steuerrad in die Hand, klärt sie über den einzuhaltenden Kurs auf und geht sich einen Kaffee holen. Caro entdeckt den neuen Kapitän und setzt sich dazu. Als der eigentliche Steuermann nach seiner Pinkelpause wieder das Ruder übernehmen möchte, ist er doch sichtlich überrascht, gleich zwei neue Kapitäne zu haben. Wir verstehen uns dennoch gut und unterhalten uns Dank Händen und Füßen mit seinem gebrochenen Englisch sehr ausführlich.

Mit unserer üblichen Gruppen tauchen wir mit der Strömung an einem Korallengarten entlang. Auf der Suche nach Haien im Blauwasser lässt sich Mia etwas zu weit raus treiben, während Pascal vergeblich versucht, ihr zu bedeuten, dass wir wieder umkehren wollen. Die mittlerweile doch sehr starke Strömung macht es Mia nicht leicht, wieder aufzuschließen. Birger beobachtet die aufkommende Not und wartet geduldig. Da er fürchtet, dass sie ziemlich außer Puste sein könnte, bietet er ihr sogar an, sich an ihm festzuhalten, was aber gar nicht nötig war. Wir kämpfen uns gegen die Strömung zurück zum Boot und entdecken dabei dennoch eine weiße Muräne und sogar einen schwarzen Oktopus, der sich nichtsahnend aus seiner Höhle raus traut, weil er uns erst gar nicht bemerkt. Leider geht Pascal die Luft aus, Birger friert und Martina ging es sowieso nicht gut, so dass wir uns leider von dem Oktopus lösen müssen und etwas zügiger aufsteigen.

El Gilwa

Wir können Martina doch noch davon überzeugen, mitzukommen und müssen nur auf Petra verzichten, bevor es zum wohl schönsten Tauchgang des Urlaubs geht. Wir springen nun südwestlich der Insel rein, nachdem wir uns vorher auf der Ostseite umgeschaut haben.

Zu sichten waren:

- ein riesiger Schwarm Glasfische, die aus der Ferne aussehen, als seien sie Teil des freistehenden Blocks

- eine große graue Muräne (ihr Kopf war so groß wie Mias)-

- ein kleiner Fadenfisch, der sich kaum vom Sandboden abhebt

- eine gestreifte Seeschlange

- ein paar Blaupunktrochen

- einen Panther-Torpedorochen

- Flötenfische

- diverse Rotfeuerfische

- ein Steinfisch, dem nur Augen und Lippen aus dem Sand ragten

und ein sehr großer Krokodilfisch.

Nach diesem herrlich, gemütlichen Tauchgang steigen alle mit sehr glücklichem Lächeln aus dem Wasser und schwärmen noch beim Basisbier von allerhand Gesehenem.

 

Beim allabendlichen Bierchen sieht Mia eine Chance, doch irgendwie an Bilder zu kommen und fragt mit etwas schlechtem Gewissen Angi, ob sie bereit wäre, die Bilder mit uns zu teilen. Für sie ist es überhaupt kein Problem und schon spielt Jürgen die Bilder auf den Stick. Vor dem Abendessen schauen wir wieder im Zelt vorbei, wo uns bereits ein weiterer Ortsansässiger erwartet. Er möchte seine Gastfreundschaft beweisen und bittet uns, bei einer Tasse Tee Platz zu nehmen. Wir lehnen aber auf Grund unseres Hungers dankend ab und wollen einfach nur unsere Tour planen. Er wird einen Kumpel anrufen und ausfindig machen, ob er uns drei irgendwo einbuchen kann. Mit diesen Worten sollen wir am nächsten Abend wiederkommen…. Nach dem Abendessen versuchen Pascal und Mia sich an einem nicht so gelungenen Cocktail an der Hotelbar, während Caro brav ihren Pfefferminztee trinkt. Müde aber glücklich beenden wir den Tag, aber nicht bevor wir den Geldautomaten um die Ecke geplündert haben.

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