Wüstensafari

Heute dürfen wir endlich mal ausschlafen und begeben uns sehr spät zu unserem Frühstück, das wir ohne späteren Termin gemütlich einnehmen. Während Caro und Pascal sich auf den Liegen am Pool in ihre Bücher vertiefen, sammelt Mia ihre fast trockenen Tauchsachen in der Basis ein, um sie im Badezimmer aufzuhängen. Gegen Mittag werden wir mit dem Jeep abgeholt, der wandseitig zwei Sitzreihen bietet. Auch hier darf der Teppich nicht fehlen, der uns schon auf dem Boot im Speisebereich aufgefallen ist. Ein ägyptisches Paar gesellt sich zu uns und auf geht die Fahrt in die Wüste. Der erste Stopp führt uns zu einer Quadstation.

Nach kurzer Einweisung – ‚mit diesem Hebel vorsichtig Gas geben, mit den beiden Hebeln gleichzeitig bremsen‘. Ungefähr 25 Quads fahren in Reih und Glied dem Führer hinterher und machen dabei ganz schön Krach. Dabei begegnen uns etliche weitere Gruppen, die wohl die gleiche Tour machen wie wir. Nach einer dreiviertel Stunde durch den Wüstensand sind wir ganz froh, dass uns unser Reiseleiter jedem einzelnen das Tuch fest um Kopf und Gesicht gebunden hat. Weiter geht es zu den ersten Ausläufern der Wüste. Wir erklimmen eine Düne um auf der anderen Seite den feinen Sand runter zu rennen und unsere Schuhe damit zu befüllen. Und immer dabei der Kameramann, der uns den kompletten Tag über filmt und über Nacht eine DVD zusammenschneiden wird mit unserem persönlichen Urlaubsfilm. Weiter geht die Fahrt durch die Wüste. Die vier Jeeps unserer Ramses-Tour liefern sich ein Rennen, wobei unser Fahrer eher weniger mutig ist. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir ein angelegtes Beduinendorf. Dort dürfen wir ganze hundert Meter mal auf Kamelen reiten, die beim Aufstehen und Niederknien ganz schön schaukeln. Im Dorf selbst zeigen sie uns, wie die Wüstenbewohner mit wenig Mitteln und Dank Kameldung Brot backen, mit welchen Kräutern sie therapieren und was man alles aus den Früchten der Wüste gewinnen kann. Eine weitere Attraktion ist der Wüstenzoo, spannend für alle, die noch nie Krokodile, Warane oder Emus in einem europäischen Zoo gesehen haben. Nach einem kurzen Snack bestehend aus Wasser, Tee und zwei lätschigen Hamburgerbrötchen mit Marmelade und Streichkäse geht es weiter zu einem Buggyfahren. „Rechts Gas, links Bremse“, und schon geht es ein Mal um einen Berg. Besonders spannend sind die fünf Minuten Fahrt bloß dadurch, dass es schon so dunkel ist, dass man ohne Scheinwerfer kaum mehr was sehen kann. Schnell noch durchs Terrarium mit lauter Eidechsen und Schlangen, ein Foto mit dem Leguan und schon geht es zum Unterhaltungsprogramm beim Abendessen. Ein Fakir, eine Bauchtänzerin und ein Tänzer, der sich zehn Minuten mit seinem ausladenden Volant im Kreis dreht ohne dass ihm dabei schlecht wird zeigen ihre Künste zum Besten, während wir essen und uns danach eine Shisha gönnen. Urplötzlich müssen wir auch wieder los. Bevor wir in die Jeeps geschoben werden wirft jeder noch einen Blick durchs Teleskop (keine Ahnung, was für einen gelben Punkt wir da betrachtet haben). Etwas über eine Stunde fahren wir durch die schwarze Nacht der Wüste, die uns wie eine Ewigkeit vorkommt.

Ein netter Tag, wo man viel machen durfte, wir aber gern das ein oder andere einfach vertieft hätten.

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