Tauchparadies

Wir wachen super erholt in unserem riesigen luxuriösen Zimmer auf und sind aber viel zu früh dran. Mangels Frühstück gammeln wir eben noch ein bisschen lesend und bloggend rum. Dann wird es Zeit, die Woche hier zu organisieren. Die ansässige Basis Tucan Diving sieht sehr kompetent aus, doch vorher holen wir unser Auto. Dort wird betont, dass man ja keine Wertgegenstände im Auto lassen sollte. Beim Verlassen des Fahrzeugs an Tauchplätzen bleibt das Auto mit heruntergelassenen Fenstern offen. Diese Hinweise sind auch auf dem Handschuhfach aufgeklebt wiederzufinden.

Tauchen auf Bonaire ist mehr Paperwork als auf Curacao. Neben den üblichen Formularen und Haftungsausschlüssen, bekenne wir uns mit Initialen, alles mögliche zu tun, um die Unterwasserwelt um Bonaire möglichst zu erhalten. Die Tauchgenehmigung gibt es für 25$ in Form eines ein Jahr gültigen Chips, der immer mitzuführen ist. Und schließlich müssen wir uns ein Video anschauen. Den Orientierungstauchgang mit Bleicheck erlässt sie uns, da wir wohl sehr kompetent und erfahren wirken. Nachdem sie uns mit Blei ausgestattet hat und uns die Räumlichkeiten gezeigt, sind wir erst mal sprachlos. Gefüllte Flaschen gibt es an beiden Hotelstrandenden, für jeden jederzeit zur Verfügung. Und wenn wir Flaschen einladen, dann muss da auch nix dokumentiert werden. Diese kann man dann auch getrost bei unverschlossenem Auto liegen lassen, da sich ein Dieb eher für Wertsachen als für Tauchflaschen interessiert.

18th Palm (Nr. 35)

Um uns an die neue Umgebung zu gewöhnen springen wir erst mal in unser quasi Hausriff. Wie alle anderen Tauchplätze ist dieser markiert in Form eines gelben Steins mit dem Tauchplatznamen drauf - und zwar im Strandbereich des Hotels. Es geht erst mal 30m weit sehr flach ins Meer raus, bis das Riff endlich abfällt. Bis dahin sind wir bereits den drei 'großen' Papageifischen in beträchtlicher Größe begegnet: Blauer-, Mitternachts- und Regenbogenpapageifisch. Völlig unbeeindruckt von uns ziehen sie durch das Wasser und fressen Korallen brechend was das Zeug geht. Wir merken gleich, dass die Unterwasserwelt hier deutlich üppiger ist, und das auch schon im Strandbereich.

Wir gleiten am Riff entlang, während Claudi wieder Bilder schießt kann ich meinen Blick natürlich nicht vom Blauwasser und der Oberfläche lassen. Und es hat sich gelohnt: irgendetwas reflektiert da oben und ist länglich. Es bleibt nicht bei einem, es ist ein Schwarm Barrakudas! Vor lauter Faszination kriegen wir erst durch unsere Computer mit, dass wir völlig die Tarierung vergessen haben und auf dem schnellen Weg nach oben sind. Wir tauchen aufgeregt wieder ab. Etwas später entdecke ich die Gruppe wieder, diesmal unter voller Tiefenkontrolle. Da Claudi leider nicht nach oben schauen kann, da ihr sonst schwindelig wird, wundert sie sich, was ich da mitten im Wasser schwebend treibe.

Wir begegnen natürlich noch einem gepunkteten Aal, diversen Muränen, kleinen Garnelen, verschiedenen Skalaren und Falterfischen und Kofferfischen verschiedener Größe.

Am Ausstieg stehe ich Auge in Auge mit einer zwei Menschenköpfe großen Stachelmakrele, nachdem wir uns schon von der Ferne gegenseitig entdeckt haben und vorsichtig angenähert. Wir beobachten uns fünfzig Zentimeter über dem Boden schwebend und mit zwei Meter Abstand sehr intensiv bis beide quasi gleichzeitig das Interesse verlieren.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0