Näherer Norden - 20er Tauchplätze

Ab heute erkunden wir die Insel auf eigene Faust. Das Auto lässt sich bis fast an die Flaschen ranfahren, sechs Mal Luft, sechs Liter Wasser, keine Wertsachen. Das alles passt wunderbar in unseren umgeklappten kleineren Toyota Yaris - diesmal in schön blau :).

Andrea I (Nr. 22)

Für den Anfang nehmen wir uns einen einfacheren Tauchplatz mit wenig Herausforderung. Die einzige: den Platz zu finden. Ungeahnt fahren wir mit dem Auto bis direkt an den Strand, nachdem wir uns mit der Funktionalität der gelben Steine am Straßendrand auseinandergesetzt haben. Zusammenbauen, anziehen, Fenster runterkurbeln, Auto nicht abschließen und dann 15m hinterm Auto rein in die See. Ziemlich cool und vor allem sehr tragefreundlich. Wir tauchen links weg gegen die Strömung. Große Papageifische, lauter bunte kleine Fische, faszinierende Korallenformationen (auch vereinzelt wieder die pilzartigen). Beim Weitblick ins Blaue entdecke ich wieder oberflächennah eine Gruppe Barrakudas und beim Orientierungsblick an die Riffkante auf zehn Metern entdecke ich eine Schildkröte, die über uns dahinschwimmt.

Oil Slick Leap (Nr. 20)

Wir wollen Abwechslung, sparen uns das angrenzende Andrea II und fahren etwas weiter in den Norden. Hier erwartet uns eine patente Leiter in die Brandung des Tauchplatzes. Wir parken natürlich wieder so nah wie geht und verzichten auf die Kletterpartie. Großer Schritt - und los. Hier geht es ausnahmsweise mal nicht ewig flach bis an die Riffkante, dafür ist der Wellengang aber bis auf sieben Meter gut spürbar. Wieder links weg gegen die Strömung und wir genießen den Blick über das Korallen- und Fischmeer. Neben den üblichen Verdächtigen begegnen wir während dem Tauchgang keiner Attraktion. Auf dem Rückweg sind wir uns nicht sicher, ob die Boje, der wir als erstes begegnen, die richtige ist. Wir tauchen erst daran vorbei und dann doch zum Nachschauen zurück. Vor lauter Konzentration übersehe ich völlig die Schildkröte, die unter mir gemütlich an den Korallen knabbert. Sie lässt sich auch gar nicht von uns stören, sondern haut unbeirrt ihren riesigen Schnabel in die leckeren Kekse. Sie lässt uns zum Anfassen nah (natürlich lassen wir die Finger von ihr weg) und ihr Panzer ist ohne Übertreibung so groß wie mein Torso.

Bari's Reef (Nr. 30)

Da es zum größer weiter fahren zu spät ist, picken wir uns nach dem Zufallsprinzip einen Tauchplatz auf dem Heimweg aus. Hat ja genug davon und die meisten sind direkt am Strand und gut erreichbar. Wir nehmen den Tauchplatz auf Platz 1 zum Fotografieren vieler Fische mit Weitwinkel. In der Tat ist der Strand sehr karibisch unter Palmen, direkt davor erstreckt sich die vorgelagerte Insel Klein Bonaire, so dass man erst recht Urlaubsfeeling bekommt. Wir setzen uns erst unter eine niedrige Palme und genießen die Sonne. Doch in der Mittagssonne wird es uns schnell zu warm und außerdem können wir es nicht abwarten, wieder reinzusteigen. Genau eine Stunde und neun Minuten nach dem letzten Tauchgang sind wir wieder unterwegs. Diesmal wenden wir uns nach rechts gegen die Strömung, die wirklich stark ist. Ich finde es unglaublich anstrengend, da ich nebenher auch noch versuche, die Fische möglichst nah vor die Linse zu bekommen. Dabei fällt uns erst gar nicht auf, dass uns kurzzeitig ein ein Meter langer Tarpun eine Weile als dritter Buddy begleitete :D.

 

Nachmittags um vier liegen wir dann nach getanen Tauchgängen und getaner Ausrüstungspflege faul und lesend am Pool auf den gemütlichen Liegen und gönnen uns unsere heutige Portion Sonnenbad ...

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