Der Süden - 50er Tauchplätze

Salt City (Nr. 50)

Heute nehmen wir uns den Süden der Insel vor. Vor den Salzgewinnungsflächen kann man nämlich auch noch tauchen. Und zwar das Ende des Doppelriffs. Nachdem wir uns morgens sehr sehr langsam fertig gemacht haben um unserer Entsättigung mehr Zeit zu geben, halten wir es vor Ort nicht lange aus und springen rein. Natürlich ein Leichtes finden wir den Graben zwischen den Riffen sofort, tauchen über den Sandboden hinweg und begutachten das hintere Riff links weg von der Meerseite aus.

Tatsächlich wird es schon bald von einer Sandzunge, die immer tiefer ins Meer hinein führt, unterbrochen, an dessen Ende sich ein größeres Exemplar eines Barrakudas lange nicht von uns stören lässt. Während es mich immer weiter in die Tiefe bzw. auf die Verlängerung des Riffs zieht, findet es Claudi im Blauwasser etwas schaurig. Also tauchen wir am vorderen Riff entlang wieder zurück. Als wir von der Kante Richtung Strand tauchen, werde ich endlich fündig: die erste Nacktschnecke! In rosa mit blauen Punkten und so groß wie eine dicke Bohne :).

Tori's Reef (Nr. 52)

Weil das Invisbiles überlaufen ist, fahren wir einfach einen Tauchplatz weiter. Dieser ist am Ende des tollen Doppelriffs. Dieses Mal steigen wir genau in den Meerwasserzulauf der Salinen ein, welcher eigentlich ausschließlich aus kleinen Fischschen besteht. Offensichtlich eine beliebte Kinderstube. Wir gehen wieder links weg und bleiben aber etwas flacher, um uns intensiver mit den Korallen und deren Mitbewohnern zu beschäftigen. Hier begegnen wir zwei Rotfeuerfischen von stattlicher Größe. Hierzulande eher als Eindringlinge verpönt, da sie durch ihre Gefrässigkeit die natürliche Fauna dezimieren und keine natürlichen Feinde besitzen. Bonaire hat sogar eigens Rotfeuerfischjäger ausgebildet, die wöchentlich hunderte dieser Tiere harpunieren (sonst auf der Insel verboten) und mittlerweile auch deswegen auf die Speisekarte kommen. 

Atlantis (Nr. 57)

Da wir schon mal im flachen Süden sind, schauen wir uns auch noch in der noch nicht so rauen Gegend hier um. Denn die südlichsten Tauchplätze sind auf Grund der launischen Strömungen für erfahrene Taucher empfohlen. Wir nehmen das kleinste Übel mit der noch mäßigen Strömung, wo am Strand weiter unten eine Kiteschule ist. Der flache Sandbereich scheint unendich zu sein und ich glaube, wir sind auch erst ein mal im Kreis, bis wir endlich die Riffkante erreichen. Hier gibt es viel mehr sich in der Strömung wiegende Korallen. Insbesondere wachsen hier die Gorgonien auch im Sand sehr groß. Ein Blick ins Meer raus ist wie ein Blick gegen eine dunkle blaue Wand. Ziemlich gruselig, weswegen wir uns lieber ans Riff kleben. Ein gemütlicher nicht allzu langer Tauchgang läutet das Ende des Tauchtages ein.

 

Wie geplant schaffen wir auch heute noch eine Sightseeingtour. Wir umrunden die südliche Hälfte der Insel. Vorbei an drei verschieden farbigen Leuchttürmen, links die Salinen und rechts das Meer, erreichen wir die Südspitze. Hier sind wohl im 17. Jahrhundert viele Schiffe gesunken, da das die Insel so flach ist, dass man diese und das Korallenriff davor erst viel zu spät gesichtet hat. Wo hohe Salzmengen im Wasser sind, da sind natürlich auch Flamingos. Leider sieht man sie in ihrem Schutzgebiet nur sehr klein, das dieses sehr groß ist und sie wohl lieber nicht direkt an der Straße rumstehen. Als wir wieder an eine bekannte T-Kreuzung kommen, an welcher wir gestern zur Lac-Bucht sind, sind wir doch wieder fasziniert darüber, wie klein die Insel ist und aber gleichzeitig effizient bewirtschaftet und konsequent die entsprechenden Lebensräume geschützt werden.

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